Trauriger Rekord: So arm sind die Kinder in Bremerhaven

Wenn es um das Thema Kinderarmut geht, hält die Stadt Bremerhaven weiterhin einen traurigen Rekord hält die Stadt Bremerhaven. Dort sind 40,5 Prozent der Kinder von Armut betroffen – das ist laut einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung der höchste Wert bundesweit, vor Gelsenkirchen (38,5 Prozent) und Offenbach (34,5 Prozent).

„Bremerhaven hat ein doppeltes Strukturproblem“

Die Armut der Kinder spiegele die Armut und Arbeitslosigkeit der Eltern, sagte dazu Bernd Schneider, Sprecher der Bremer Sozialsenatorin. „Bremerhaven hat ein doppeltes Strukturproblem: Zum Niedergang der Werften kommt noch die Umstellung der Hafenlogistik.“ Auch dort würden immer weniger Arbeitskräfte benötigt. Das Land Bremen sei zudem als Stadtstaat mit ähnlichen sozialen Erscheinungen konfrontiert wie Hamburg und Berlin. „Wir haben eine hohe Zahl von Alleinerziehenden, denn das ist eine akzeptierte Lebensform in der Stadt.“

Karte zeigt die Städte mit der höchsten Kinderarmut

Delmenhorst und Wilhelmshaven zählen zu den Schlusslichten

In Niedersachsen ist der Anteil der von Armut betroffenen Kinder in Wilhelmshaven und Delmenhorst so hoch wie nirgends sonst im Land. Laut Studie lebten im Jahr 2015 in Wilhelmshaven 30,9 Prozent der Kinder in Familien, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind. In Delmenhorst lag der Wert bei 30,3 Prozent.

Bremen nur knapp hinter Berlin

Landesweit waren es in Niedersachsen rund 192 000 Kinder, die in einem Hartz-IV-Haushalt leben. Das entspricht einer Quote von 14,6 Prozent. Damit liegt Niedersachsen etwa im Bundesdurchschnitt (14,7 Prozent).  Bremen landete mit 31,6 Prozent im Ländervergleich auf Platz zwei hinter Berlin (32,2 Prozent).

Alleinerziehende haben noch immer besonders schwer

Auffallend sind die großen regionalen Unterschiede innerhalb Niedersachsens. Am niedrigsten ist die Kinderarmut im Emsland (8,1 Prozent) sowie in den Landkreisen Osnabrück (8,6 Prozent) und Osterholz (8,7 Prozent). Das höchste Armutsrisiko haben in Niedersachsen wie auch bundesweit Kinder von Alleinerziehenden sowie Minderjährige, die in Familien mit drei und mehr Kindern leben. So wachsen die Hälfte der armen Kinder in Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil auf, ein weiteres Viertel stammt aus kinderreichen Familien.