Zukunftswerkstatt für den „Leher Dschungel“

Es heißt „Leher Dschungel“. Denn das 103 Millionen Quadratmeter große Areal besteht zur Hälfte aus verwilderten und sehr vermüllten Gärten. Die Stadt Bremerhaven aber braucht dringend neues Bauland. Darum will Oberbürgermeister Melf Grantz rund zehn Prozent des Gebietes „Neue Aue“ für Häuslebauer entwickeln. Doch die Bürger-Initiative „Meergestrüpp/Auenland“ und Naturschützer fordern den Stopp dieser Pläne. Denn seltene Tiere und Pflanzen und jede Menge Fledermäuse wären dann bedroht.

Auch ein alter, vergammelter Splitterbomben-Bunker steht an der Jahnstraße im Entwicklungsgebiet - gefährlicher Spielplatz für die Kinder ringsum.
Auch ein alter, vergammelter Splitterbomben-Bunker steht an der Jahnstraße im Entwicklungsgebiet - gefährlicher Spielplatz für die Kinder ringsum. Foto: Schwan

 

Nur zehn Prozent des Areals als Bauland geplant

Noch in diesem Monat soll das Entwicklungskonzept der Stadt durch den Bauausschuss gewunken werden. Dann könnten für zwei Gebiete an der Gaußstraße und an der Clausewitzstraße schnell ins Bebauungsplanverfahren. „Aber wir wollen ja 90 Prozent des Entwicklungsgebietes als Gartengelände und naturbelassene Räume ausweisen“, betont Oberbürgermeister Melf Grantz. „Nur gut zehn Prozent, vor allem verwahrloste Brachen, sind für urbane Bebauung vorgesehen.“

An der Zorndorfer "Straße" wuchert Urwald. Hier könnte gebaut werden.
An der Zorndorfer "Straße" wuchert Urwald. Hier könnte gebaut werden. Foto: Schwan

 

Naturschützer in Sorge um seltene Arten

Die aber, wehren die Naturschützer ab, bestünden vorwiegend aus Gärten, in denen sich eine Vielfalt an raren Tieren und Pflanzen tummelt. „Wir haben schon sieben verschiedene Fledermausarten entdeckt“, betont Uwe Frelich vom Vorstand des  Naturschutzbundes (Nabu). Und die Meergestrüpp-Anhänger sind sauer: „Weil das städtische Gutachten ohne Naturschützer und ohne Bürgerbeteiligung erstellt worden ist“, sagt Sprecherin Marnie Knorr.

Schafweiden oder Pferdekoppeln im Schatten des Hafens bleiben weitgehend unberührt von Bauplänen. Hier sollen Rad- und Spazierwege entwickelt werden.
Schafweiden oder Pferdekoppeln im Schatten des Hafens bleiben weitgehend unberührt von Bauplänen. Hier sollen Rad- und Spazierwege entwickelt werden. Foto: Schwan

 

Stadt plant öffentliche Workshops für die Neue Aue

Die Stadt aber reagiert nun auf die vehemente Kritik und plant nach den Sommerferien eine „Zukunftswerkstatt Neue Aue.“ Nach dem vorbild der Zukunftswerkstatt Rudloff-Quartier sollen Bürger, Gartenbesitzer und Pächter sowie Anwohner in öffentlichen Workshops alle Ideen, Kritik und wünsche sammeln. Das dient als Grundlage für die weitere Entwicklung des Leher Dschungels“.